regionbezogene Berichterstattungen zu den Themen Schule, Soziales, Umwelt und Friedensinitiativen
Regionen dürfen nicht zu bloßen Schlafstätten verkommen Ivo Gönner, OB von Ulm und Präsident des Städtetags von Baden-Württemberg erklärt bei einem Vortrag am 05.04.2008 die Politik habe zwischenzeitlich erkannt, dass gerade im Hinblick auf die demografische Entwicklung Regionen nicht zu bloßen Schlafstätten verkommen dürfen. Die Vergreisung der Gesellschaft stellt noch höhere Anforderungen an einen Prozess, bei dem die ältere Generation allmählich aber auch rechtzeitig, Positionen an den Schaltstellen der Macht mit leistungsfähigen Nachfolgern besetzen muß. Ohne Förderung dieses Prozesses und besonders qualifizierte Nachfolger werden in unserer Gesellschaft Ausgrenzung, Sklaverei, Mangel und Chaos weiter zunehmen.
Die Zeiten, wo im Rahmen von Stadtplanung ein Gewerbegebiet und ein Wohngebiet ausgewiesen wurden und es den Politikern reichte, wenn das Gewerbegebiet reichlich Erträge abwarf, sind längst vorbei. Heute gilt es Integrationsbereitschaft, Umweltqualität und Bildungslandschaft zu stärken. Wie im Video zu sehen scheint aber in Karlsruhe selbst ein Wink mit dem “Zaunpfahl” noch nicht zu reichen, um die Verantwortlichen auf diese Schiene zu bringen.
Die Einweihung der Nordtangente fand am 05.03.2007 auf der 26m breiten Fahrbahnkrone einer neuen Bundesstraße (B10) statt. Zur Erklärung sein erwähnt, daß sich 4 Fahrbahnen auch mit 15m Breite realisieren lassen. Wenn ich bedenke, daß sowohl in unserer Schule als auch in unserem Kindergarten vergammelte Räumlichkeiten von der Elternschaft gestrichen werden müssen, so betrachte ich das als ein Frevel an der Gesellschaft. Viel zu teure neue Straßen, während angemessene Instandsetzungen für Kinder unterbleiben. Ich frage mich, ob hier Straßenbauer ihr Schäfchen ins Trockene gebracht haben, bevor bekannt wird, daß wir aufgrund der Erfordernis zum Klimaschutz, demografischem Wandel und knappem Erdöl gar keinen Bedarf an solchem Ausbau haben. Nordtangentengegner werden oft als ewig Gestrige bezeichnet, weil sie den als Fortschritt angepriesenen monströsen Straßenbau ablehnen. Dem Betrachter sei es nun überlassen zu entscheiden, wer die ewig Gestrigen sind.
Wie lange schon existieren solche gesellschaftlichen Probleme?